District Pampa

< Nach Buenos Aires

Wir erreichen Buenos Aires am frühen Nachmittag und haben so genügend Zeit um die Herberge in der Calle Mexico 1482 zu finden. Die Motorräder kommen in einem nahegelegenem Parkhaus unter. Es ist nicht wirklich mehr ein Abenteuer, eher der Ausklang eines langen und nicht immer einfachen Zeitabschnittes. Viel ist jetzt zu organisieren und alles davon abhängig, wieviel der Verkauf der Motorräder bringt.

Alter Hafen

Am Alten Hafen essen wir im gleichnamigen Restaurant

Heiko will unmittelbar nach der Auktion einen Flug nach Deutschland buchen, was nicht so einfach ist. Die ganze Welt ist im Fußballfieber und fliegt jetzt nach Deutschland. Das spiegelt sich natürlich in den Flugpreisen wieder. Normal für 900 Euro, fliegt man jetzt für 1.200 oder mehr. Heiko hat Glück und findet einen günstigen Flug mit Lufthansa, er kann sogar bis nach Dresden vor die Haustür fliegen.

Gelber Fisch

Anglerlatein über den gelben »Zwergkillerwal«

In der Zwischenzeit kommt unser guter Freund Simon in Buenos Aires auf dem Flughafen an. Er hat sich entschlossen, die letzten 3.500 km bis ans Ende der Welt mit mir zu reisen. Nach der obligatorischen Begrüßungsziehung, die wie immer ein wenig aus ihren Bahnen glitt, machen wir die Stadt unsicher.

Es gibt unendlich viel zu sehen. Etwa 60 % aller Einwohner von Argentinien leben in Buenos Aires und die Stadt strotzt nur so vor Leben. Der Verkehr ist lebensgefährlich und wir fahren Taxi oder Bus.

Buenos Aires Buenos Aires Buenos Aires

Eindrücke der riesigen und lebhaften Stadt Buenos Aires

Brücke

Interessante Brückenkonstruktion, die Brücke kann gedreht werden um großen Schiffen den Zugang zum Meer zu ermöglichen

Taxifahrer

I shot the sheriff, but I didn’t shoot the deputy …

Meine Super Tenere ist für 2.000 US-Dollar an einen Argentino verkauft, dessen Eltern in General Pico im Pampadistrikt ein Campo besitzen. Ein Campo ist eine Ranch mit Weidevieh, Pferden und Landwirtschaft. Er fragt, ob ich nicht das Bike die 650 km nach General Pico fahren könnte, weil dies für ihn durch die fehlenden Papiere ein mittelschweres Problem darstellen würde. Er macht uns die Fahrt mit einer Einladung zu einem großen Barbeque schmackhaft.

Also, gesagt - getan. Sebastian, der hier seit zehn Monaten Architektur studiert und dafür seinen extraordinär großen Mercedes übergeschifft hat, mit seiner Freundin Agostina, Heiko, Simon, Gulliermo (der Käufer meines Bikes) und ich, machen uns auf den Weg in die Pampa. Wir brauchen einen Tag allein für die Fahrt und die Etappe ist mit fast 700 Kilometern gleichzeitig die Längste der ganzen Reise. Aber da wir ohne Gepäck reisen fahren wir natürlich bedeutend schneller.

Uns beeindruckt die saubere und recht wohlhabende Stadt General Pico und auch der Aufenthalt auf der Farm ist recht interessant. Die Landschaft ist flach wie eine Scheibe und durchzogen mit Zäunen, die die einzelnen Ländereien der Estancias voneinander trennen. Es staubt wieder einmal, aber diesmal zum allerletzten mal.

Letzte Fahrt

Letzte Fahrt auf der Super Tenere, durch das Tuning des Herrn A. W. bringt sie auch jetzt noch ihre an die zweihundert Sachen

Wehleidig schau ich vom Auto aus auf den Motorradfahrer vor uns. Das Bike, auf dem er fährt, hat mich etwa 50.000 km durch den gesamten Kontinent getragen und soll Europa nicht mehr wieder sehen. Schon ein eigenartiges Gefühl.

Letztes Bild

Das letzte Bild von und mit der 750er Yamaha Super Tenere, nun ist sie endgültig verkauft

Auf dem Campo gibt es viel zu sehen und zu tun. Agostina, Sebastian und Simon versuchen sich im Reiten, wobei Simon zunächst den »Schalter« zum Losreiten nicht fand. Ich drehe einige Runden mit einem doppelbereiften Traktor und kann so ein paar alte Erinnerungen wieder aufleben lassen.

Trecker fahren

Trecker fahren …

Nach dem Essen lädt uns Gulliermo zu einem Ausflug mit dem Pickup über die gesamte Farm ein und wir registrieren erst einmal die gewaltige Größe. Als die Sonne untergeht machen wir uns auf den Heimweg nach General Pico.

Pampa

Auf der Estanzia, mitten im District Pampa (der Name ist wirklich passend)

Neugierige Kühe

Der Mond geht langsam auf und die Kühe werden immer neugieriger

Der nächste Tag ist der Abschied von allen. Simon und ich reisen von hier aus direkt weiter gen Süden, Heiko fährt mit Sebastian und Agustina nach Buenos Aires zurück um am 15. Juni den Flieger nach Deutschland zu nehmen. Auch Sebastian werden wir erst in Deutschland wiedersehen, da seine Zeit hier in Argentinien am 24. Juni ebenfalls ausläuft.

Sebastian und Agustina

Sebastian und Agustina beim Balztanz

Wir buchen ein Busticket nach Bariloche, was etwa 1.000 km südlich liegt und als schönes Skigebiet gilt. Wir wollen die Lagos Frias (Kalte Seen) besuchen, über die Che Guevara damals 1952 mit seinem Freund nach Chile gereist ist.

Nachdem wir uns von Guillermo verabschiedeten, bestiegen wir den Bus und starteten damit durch zur allerletzten Etappe der großen Panamericana-Reise. Das Endziel heißt Uschuaja.

Beyond Pictures Landkarte Amerika